Das Kochhaus Hamburg: ein Selbstversuch mit dem begehbaren Rezeptbuch

von Samstag, März 10, 2012 1 , , , Permalink 2

Lecker sieht das aus hier. Frisches Gemüse und Obst liegt in kleinen Körben, adrett dekoriert. In kleinen Kühltheken Butter, Fleisch, Fisch. An den Wänden Regale, voll mit Weinen, Schokolade, Gewürzen. Hinten gibt’s Geschirr und Kochbücher. Eigentlich ist das „Kochhaus“ an der Langen Reihe in Hamburg ein Lebenmittelgeschäft. Aber kein gewöhnliches. Denn hier sind die Lebensmittel nicht nach Warengruppen sortiert. Sondern nach Rezepten. Abends kommt Besuch und keine Rezeptidee? Hier soll man fündig werden. Keine Lust durch drei Läden zu laufen, um alle Zutaten für ein Menü einzusammeln? Hier im Kochhaus gibt’s alles für ein Rezept an einer Station. Vom Fleisch über das Gemüse bis zur Butter und der Knoblauchzehe. Ein neues Konzept aus Berlin. Jetzt auch in Hamburg. Das musste ich ausprobieren…


Alles auf einen Blick im Kochhaus Hamburg

Das Kochhaus Hamburg ist in Stationen aufgeteilt. Oder nach Rezepttischen, wie sie der Betreiber nennt. An jedem Rezepttisch gibt es eine große Tafel mit allen Infos zum jeweiligen Rezept, den Zutaten und den Preisen. Davor sind die Lebensmittel aufgebaut. Verderbliche Waren werden in kleinen Kühltruhen gelagert. Zu jedem Rezept gibt es hier wirklich jede Zutat zu kaufen. Das Beste: die Zutaten sind auch gleich noch richtig portioniert. Es gibt eine Knoblauchzehe, 20g Butter oder auch eine Frühlingszwiebel, wenn das Rezept es so vorgibt. Klasse, denn so kann zu Hause nichts schlecht werden. Alles wird direkt verbraucht.

Gebratenes Rinderfilet mit Mangochutney und Pimientos de Padrón

Ein Rezepttisch im Kochhaus Hamburg.

Ein Rezepttisch im Kochhaus Hamburg.

Wir schlendern an den Stationen vorbei. Sieht alles lecker aus. Klar, die Preise sind nicht wie beim Discounter. Geht auch gar nicht – wie sollte man sonst eine Knoblauchzehe bepreisen oder einen Hauch Paprikapulver? Es ist natürlich teurer, wenn man sich den Einkauf komplett vorbereiten lässt – inklusive Rezept.

Gebratenes Rinderfilet mit Mangochutney und Pimientos de Padrón. Das hört sich nach unserem Dinner an. Wir greifen zu, packen die wenigen Zutaten in ein Körbchen. Dem Rinderfilet misstrauen wir. Nicht von der Qualität her, sondern von der Menge. Noch ein Paket. Dafür lassen wir den Knobi weg, haben wir noch zu Hause, auch Limette und Butter bleiben auf dem Rezepttisch liegen.

Ab zur Kasse. Der nette Kollege vom Kochhaus rechnet die paar Cent für die nicht benötigten Zutaten raus, empfiehlt noch die Bonuskarte. Man muss keinerlei persönliche Daten eintragen. Warum nicht..? Der Deal: zehn verschiedene Rezeptideen einkaufen, einmal umsonst schlemmen (im Wert von bis zu zehn Euro). Der Einkauf landet zusammen mit der übersichtlichen Rezeptkarte in einer Papiertüte. Preis für unseren Abend inklusive einer Flasche passenden Rotweins: insgesamt etwa 30 Euro. Nicht billig. Das liegt natürlich auch an unserer doppelten Fleischportion. Unser Rezept kostet pro Person normalerweise 9,70 Euro.

Kochen mit Rezept und Zutaten aus dem Kochhaus Hamburg

Nikki Bralo schiebt das Rinderfilet in den Ofen.

Nikki Bralo schiebt das Rinderfilet in den Ofen.

Herrlich! Zu Hause muss nichts mehr abgewogen, sortiert oder sonstwie bereitet werden. Alle Zutaten kullern aus der Papiertüte. Und können sofort verarbeitet werden. Hübsch einfach – wie vom Kochhaus propagiert. Und es geht angenehm weiter: Das Rezept-Booklet ist übersichtlich gestaltet, verständlich und gut strukturiert. Neben dem Rezept ist auch die Weinempfehlung blumig beschrieben. Die Zubereitung des Gerichts soll 35 Minuten dauern. Das passt auch ziemlich genau, mit meinem Ehemann bin ich zwar schneller, aber wir sind auch wirklich ein gut eingespieltes Koch-Doppel.

Voilá: Das Rezept aus dem Kochhaus auf dem Teller: Rinderfilet mit Mangochutney.

Voilá: Das Rezept aus dem Kochhaus auf dem Teller: Rinderfilet mit Mangochutney.

Alles klappt reibungslos und wie angegeben. Das Rezept trifft darüber hinaus noch unseren Geschmack. Auch der Rotwein („Die Röstaromen des Fleisches, die es in der Pfanne und Ofen erlangt und in einer leichten Kruste speichert, werden von den Aromen von dunklen Beeren und dezenten Gewürznoten spielerisch umschlossen.„) mundet. Abfall, Reste, übrige Zutaten? Fehlanzeige. Das Kochhaus Hamburg hat sein Versprechen gehalten: „Kochhaus spricht alle an, die Spaß am Kochen und Ausprobieren neuer Rezepte haben.

Das Kochhaus – Fazit

Positiv: Das Einkaufserlebnis im Kochhaus ist neuartig und angenehm. Die Rezepte sind überraschend und nicht langweilig, einfach nachzukochen und lecker. Alle Zutaten aus einer Hand. Keine Überreste zu Hause. Lange Öffnungszeiten (bis 21 Uhr).
Negativ: Die Preise im Kochhaus sind etwas hoch, einige Zutaten (in unserem Fall Kerbel, Knoblauch) gibt es woanders vielleicht einen Touch frischer. Dafür war zum Beispiel die Mango „fair trade“. Die Portionen sind etwas zu knapp bemessen. Wer allerdings ein Menü kocht oder kein ganz großer Esser ist, könnte mit den Mengen hinkommen.

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Das Kochhaus – Infos

Das Kochhaus in Hamburg ist von Montag bis Samstag geöffnet (10-21 Uhr). Internet-Adresse: Kochhaus (Kochhaus Hamburg)

1 Comment
  • Jessy
    August 7, 2012

    Coole Bilder! Und scheint es auch online als Supermarkt zu geben.

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